Reha rechnet sich
Die Wirtschaft braucht medizinische und berufliche Rehabilitation, damit auch zukünftig genügend leistungsfähige Arbeitnehmer für die Wertschöpfung in den Unternehmen zur Verfügung stehen.
In Deutschland wird die Zahl der Erwerbfähigen nach einschlägigen Prognosen von heute 55,8 Millionen auf 39,2 Millionen bis 2050 schrumpfen. Das bedeutet weniger Wertschöpfung in den Unternehmen, weniger Steuern und damit weniger Staatseinnahmen. Gleichzeitig werden die öffentlichen Ausgaben für die sozialen Sicherungssysteme steigen. Es ist also offensichtlich, dass wir es uns zukünftig nicht leisten können, auch nur auf einen einzigen Arbeitnehmer im erwerbsfähigen Alter zu verzichten.Auch gesundheitlich eingeschränkte Arbeitnehmer können bei entsprechender Investition in ihre Bildung, in einen behinderungsgerechten Arbeitplatz sehr produktiv sein und damit einen hohen Beitrag zur Wertschöpfung leisten. Durch eigene Arbeit erzielen sie eigenes Einkommen, das ihnen wirtschaftliche Unabhängigkeit und damit eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglicht. Ihre Integration ist nicht nur ein Gebot unserer Verfassung oder eine rein ethische Frage; sie ist und wird zunehmend eine ganz konkrete ökonomische Notwendigkeit.
Deshalb ist es falsch, die Ausgaben für medizinische und berufliche Rehabilitation nur als reinen Kostenfaktor im Rahmen der sozialen Sicherungssysteme zu betrachten, den man sich angesichts der finanziell angespannten Situation kaum noch leisten könne. Das Gegenteil ist der Fall. Wir brauchen medizinische und berufliche Rehabilitation, um auch zukünftig genügend leistungsfähige Arbeitnehmer für die Wertschöpfung in den Unternehmen zur Verfügung zu haben.
Mit einem höheren Anteil erwerbstätiger Frauen und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit soll die Abnahme der erwerbstätigen Bevölkerung eine Zeit lang kompensiert werden. Auch die Rehabilitation kann und wird hier ihren Beitrag leisten. Die Kosten einer Rehabilitationsmaßnahme für Rehabilitanden der Rentenversicherung haben sich in der Regel in drei bis fünf Monaten amortisiert, wenn es gelingt, den Rehabilitanden wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Eingerechnet sind hier nur die Kosten für eine ansonsten zu zahlende Erwerbsminderungsrente und der Verlust der Beitragseinnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Anteil erfolgreich und dauerhaft integrierter Rehabilitanden an der Wertschöpfung bleibt hier unberücksichtigt. Solche Zahlen so wie auch vielfältige Untersuchungen zum Erfolg der Rehabilitation zeigen, wie ökonomisch unsinnig es ist, die Rehabilitation in Frage zu stellen.
Das ökonomische Spannungsverhältnis zwischen begrenzten finanziellen Ressourcen der Rehabilitationsträger und den wachsenden Bedarfen der Rehabilitanden muss unter diesem gesamtgesellschaftlichen Blickwinkel gelöst werden, denn Rehabilitation ist ein wichtiges Instrument zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen der Zukunft. Gegenwärtig wird es immer schwieriger eine an Patienten-/Teilnehmerorientierung und Nachhaltigkeit ausgerichtete Rehabilitation gegen eine falsch verstandene Ökonomisierung der Rehabilitation aufrechtzuerhalten.






Unter dem Motto des diesjährigen Deutschen Reha-Tages "REchtzeitig
HAndeln, REHA - meine Chance" hatte das Aktionsbündnis der 20
Initiatoren, darunter der Arbeitskreis Gesundheit, bundesweit Kliniken
und Einrichtungen der Rehabilitation zu einem gemeinsamen Aktionstag
aufgerufen.